Tumorentfernung im Gesunden

Die Notwendigkeit einer Tumorentfernung im Gesunden ist allgemeiner Konsens. Um einen optimalen Zugang zur Tumorregion zu erreichen, wird der Hautschnitt meist über dem Tumor geplant. Bei einem hautnahen Tumorsitz muss die tumornahe Hautregion mitentfernt werden.

Die Schnittführung über der Tumorregion richtet sich nach Tumorgröße, Tumorlokalisation und Brustgröße. Grundsätzlich ist aber die Schnittführung auch unter dem Aspekt einer eventuell notwendigen späteren Brustdrüsenentfernung-Schnittführung inklusive einer eventuell gewünschten Möglichkeit zur Sofortrekonstruktion zu planen, so dass ungünstige Durchblutungsverhältnisse der Haut durch mehrfache Schnitte vermieden werden.

Die Tumorentfernung erfolgt mit einem Sicherheitsabstand nach allen Seiten. Nach kompletter Entfernung des befallenen Drüsengewebes wird das Präparat mit einer standardisierten Präparatemarkierung versehen, damit sich der Pathologe orientieren kann. Bei abgesetzter präoperativer Klipmarkierung bzw. bei Mikrokalk wird vor der Schnellschnittuntersuchung immer eine sog. Präparate-Radiographie durchgeführt, um die vollständige Entfernung des Mikrokalkes zu dokumentieren bzw. die Klipmarkierung mit dem verdächtigen umgebenden Gewebe zu identifizieren. Erst wenn durch die Präparateradiographie die vollständige Entfernung bestätigt wird und durch die histopathologische Schnellschnittuntersuchung der notwendige Sicherheitsabstand gesichert ist, wird mit der Operation fortgefahren. Der Sicherheitsabstand wird durch eine Schnellschnittuntersuchung nach allen Seiten überprüft. Bei knappen Abständen sollte die sofortige Nachresektion durchgeführt werden. Generell empfiehlt sich in Abhängigkeit von der Größe und dem Tumorexzisionspräparat, z.B. bei unscharf begrenzten Tumoren bzw. zweifelhaften Resektionsrändern, ggf. nach allen Seiten Nachresektate zu entnehmen, um erneute Exzisionen soweit als möglich zu vermeiden.

Nach Entfernung sollte eine Neuformung der Brust erfolgen, um eine Verformung der Brust und Wundwasserbildung zu reduzieren. Die Einlage einer Drainage ist dabei sinnvoll. Hauteinziehungen sollten dabei vermieden werden. Nach Verschluss der Wunde wird in der Regel ein Druckverband für 1-2 Tage angebracht und anschließend das Tragen eines Sport-BHs für etwa 4 Wochen zur Entlastung der Brust empfohlen.