TUMORADAPTIERTE BRUSTVERKLEINERUNG

Sowohl die Tumorentfernung im Gesunden als auch ein ästhetisch gutes Langzeitergebnis gelten als Ziele der Brusterhaltung. Daher ist die Kenntnis entsprechender operativer Möglichkeiten zur ästhetischen Rekonstruktion nach ausgedehnter Tumorentfernung notwendige Voraussetzung für eine gute Therapie und Operationsplanung.

Im Vergleich zum Standardverfahren der Tumorentfernung bzw. Quadrantektomie konnen mit sog. onkoplastischen Techniken auch bei größeren Tumorentfernungen, sowohl onkologisch als auch ästhetisch, gute Ergebnisse der BET erzielt werden. Hierbei haben sich insbesondere örtliche Gewebeverschiebungen aus dem Brustbereich selbst oder aus dem Brustwandbereich bewährt, die vor allem zur Deckung von Defekten an der Brustwarze und in den unteren beiden Quadranten herangezogen werden können.

Bei ausgedehnteren Defekten in den beiden oberen Quadranten oder beim Einschluss von zwei Quadranten, ist die tumoradaptierte Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik) heute eine Option im Gesamtkonzept der BET. Diese Methode eignet sich insbesondere bei vorbestehender großen Brüsten, wodurch neben der großzügigen Tumorentfernung auch eine deutliche Reduktion des Zielvolumens zur Strahlentherapie möglich ist. Da die Brustwarze individuell für eine gute Durchblutung gestielt werden kann, kommt diese Technik für nahezu jede Tumorlokalisation infrage. Alle bekannten klassischen Reduktionstechniken incl. der unterschiedlichen narbensparenden Verfahren können hierfür individuell adaptiert verwendet werden.

Die Komplikationen nach tumoradaptierter Mammareduktionsplastik sind mit Ausnahme einer erhöhten Rate an Fettgewebsnekrosen nach Strahlentherapie, mit den Komplikationen nach ästhetisch-medizinisch indizierter Reduktionsplastik vergleichbar. Um einer erhöhten Fettgewebsnekroserate vorzubeugen, sollte die postoperative Strahlentherapie nach tumoradaptierter Mammareduktionsplastik nicht vor Ablauf von 4 Wochen postoperativ und erst nach vollständiger Abheilung durchgeführt werden. Die Frage, ob die Reduktionsplastik der genegseitigen Brust simultan oder erst nach definitiver Therapie der erkrankten Seite – besonders nach abgeschlossener Strahlentherapie – durchgeführt werden sollte, muss jeweils individuell mit der Patientin besprochen werden.