Behandlung und OP der Männerbrust

Die Gynäkomastie kann auf zweierlei Weise behandelt werden. Die eine - konservative - ist die Hormontherapie, die zweite führt zu Plastischen Operationen, bei denen die vergrößerte Brustdrüse entfernt und Fettabsaugungen in den anliegenden Körperpartien durchgeführt werden.

Die konservative Therapie ist die Therapie der Wahl bei kurzfristigen Gynäkomastien mit nachgewiesenem hormonalem Ungleichgewicht. Zum Einsatz kommen je nach Hormonungleichgewicht Medikament wie Antigonadotropine (blockieren die Synthese von Andogenen, Östrogenen), Antiöstrogene, Aromatasehemmer (blockieren Enzyme die an der Östrogensynthese beteiligt sind) und L-Dopa (blockiert die Prolaktin Sekretion) oder die Kombination der Medikamente. Ist die Gynäkomastie durch die dauerhafte Einnahme von Medikamenten verursacht, so werden im ersten Schritt diese Medikamente abgesetzt. Bessert sich die Lage nicht, so folgt meist die Plastisch-Chirurgische Lösung

Operative Therapie der Gynäkomastie

Operative Therapie aus dem Plastisch- Chirurgischen Gesichtspunkt bei Typ I-IV:

  1. Kleine Vergrößerung der Drüse unter dem Warzenhof
  2. Mittlere Vergrößerung ohne Hautüberschuss
  3. Mittlere Vergrößerung mir Hautüberschuss
  4. Große Gynäkomastie, die der weiblichen Brust ähnlich ist, deutlicher Hautüberschuss

Bei der chirurgischen Therapie der Gynäkomastie gibt es viele Methoden mit Schnittführungen um den Warzenhof. Ideal ist ein kleiner Schnitt, dessen Ergebnis eine unauffällige Narbe ist. Dies ermöglicht die Tumeszenz- Absaugung, mit welcher der Fettanteil reduziert werden kann. Die Tumeszenztechnik beruht darauf, dass das Gewebe vorher mit einer speziellen Lösung infiltriert wird. Neben der Auflockerung des Gewebes wird so die Blutungsrate reduziert. Durch die Saugung wird die Zahl der Fettzellen mechanisch reduziert, so dass an den abgesaugten Stellen kein neues lokales Fettpolster mehr entstehen kann. Ferner wird die Haut angeregt, sich zu zusammenzuziehen und sich damit dem geringeren Fett-Volumen anzupassen. Sollte nach der Absaugung tastbares Brustdrüsengewebe zurückbleiben kann der Schnitt halbmondförmig erweitert und eine subkutane Mastektomie durchgeführt werden. Dieses Vorgehen eignet sich für Typ I und II der Gynäkomastie.

Je größer der Hautüberschuss, desto mehr sichtbare Narben muss der Patient Richtung Brustbein und Arm in Kauf nehmen. Bei der Behandlung großer GynäkomastienTyp IV wird die Verpflanzung des gestielten Warzenhofs mit der Brustwarze vorgenommen. Dieses Verfahren hinterlässt umgekehrt T-förmige bzw. ankerförmige Narben. Unter Umständen kann es notwendig sein die Brustwarzen frei zu transplantieren. Die chirurgische Therapie wird in Fällen gewählt, wenn der Patient auf hormonale Therapie nicht reagiert, bei langanhaltender Gynäkomastie oder nach einer Stellungnahme des Endokrinologen, der die konservative Therapie als ungeeignet ablehnt.

Anästhesie

Die Gynäkomastie kann unter örtlicher Betäubung operiert werden, meist wird jedoch die Operation unter Vollnarkose durchgeführt.

Ergebnis der operativen Therapie der Gynäkomastie

Nach der Operation ist mit einem eintägigen Klinikaufenthalt zu rechnen. Die Operation dauert je nach Umfang anderthalb bis zwei Stunden. Bereits am Tag der Operation kann der Patient das Bett verlassen. In den ersten Tagen kann die Einnahme von Schmerzmitteln notwendig sein.

Direkt nach der Operation muss ein Kompressionsmieder Tag und Nacht für den Zeitraum von vier bis sechs Wochen getragen werden. Das Kompressionsmieder wird nur beim Duschen abgenommen, eliminiert Schwellungen und hilft der Schrumpfung der überflüssigen Haut. Sport und schweres Heben ist für diesen Zeitraum zu vermeiden.