Supermikrochirurgie

In den letzten Jahren hat sich eine neue Technik innerhalb der Mikrochirurgie entwickelt, die sog. Supermikrochirurgie, manchmal auch Supramikrochirurgie genannt. Dies bedeutet, dass Gefäße, die noch kleiner sind als bei der gewöhnlichen Mikrochirurgie, unter der Mikroskop genäht werden können. Dies setzt allerdings voraus, dass der Chirurg speziell trainiert ist für den Einsatz und dass der Patient bestimmte Voraussetzungen hierfür mitbringt.

Die Supermikrochirurgie soll es uns in Zukunft erlauben, viel gewebeschonender zu operieren. Vorreiter sind unsere plastisch chirurgischen Kollegen aus Japan, die mit der Entwicklung der sog. freien Perforator-zu-Perforator Technik einen Meilenstein gesetzt haben. Inzwischen wenden wir die Supermikrochirurgie in vielen Bereichen an. Besonders sinnvoll ist diese Form der Chirurgie in der Wiederherstellung der Brust. So kann noch schonender gearbeitet werden. Die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist inzwischen ein Routineverfahren. Ziel ist es, die Operation so schonend wie möglich durchzuführen und die Folgen einer solchen OP zu minimieren.

So können wir inzwischen bei primären Rekontruktionen (also wenn das Abnehmen der Brust und die Rekonstruktion in einer OP erfolgt) fast alle Eigengeweberekonstruktionen der Brust nun an kleinere Perforansgefäße der IMA mikrochirurgisch anzuschließen.

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Normalerweise wird die neue Brust an die Arteria mammaria interna (IMA) vernäht. Das ist ein gutes und sicheres Verfahren. Mit dem neuen Verfahren, werden die IMA und die Rippen des Brustkorbs komplett geschont. Das neue Brustgewebe wird an kleine Perforatorgefäße der IMA angeschloßen. Die IMA bleibt geschont. Auf dem CT-Bild zeigt der Pfeil das Peroratorgefäß, das aus der IMA entspringt. Dies gelingt natürlich nur mit sehr feiner Mikrochirurgie, der sog. Supermikrochirurgie. Die Fäden sind noch feiner als sonst üblich.

Mit diesem neuen Verfahren tun wir einen weiteren Schritt zur optimalen, schonenderen Brustrekonstruktion im Dienste unserer Patientinnen. Prof. Fansa und sein Team haben dieses Verfahren in einer Studie untersucht und ausgewertet. Die Ergebnisse sind im angesehenen amerikanischen Wissenschaftsblatt Annals of Plastic Surgery erschienen (Zusammenfassung auf PubMed).

Sollten Sie Fragen zu diesen Techniken haben, melden Sie sich bei uns.