Schweißdrüsenbehandlung mit Botox®, Botulinumtoxin

Klinische Studien haben gezeigt, dass die Schweißproduktion durch eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A, innerhalb weniger Tage erheblich vermindert und damit eine sowohl objektiv als auch subjektiv verbesserte Lebensqualität erzielt werden kann. Botulinumtoxin Typ A ist ein von Bakterien produziertes Protein. Es wird seit vielen Jahren erfolgreich zur Behandlung von Krämpfen und spastischen Lähmungen eingesetzt. Botulinumtoxin A hemmt die Überleitung ganz bestimmter Nervenimpulse.

Es wird ganz oberflächlich in die Haut gespritzt, gelangt zu den dort sitzenden Schweißdrüsen und verhindert gezielt das Absondern von Schweiß. Je nach Dosierung wird die Schweißproduktion blockiert oder nur eingeschränkt. Da aber nur eine kleine Region des Körpers behandelt wird, wie z.B. die Achselhöhlen oder die Stirn oder auch die Handinnenflächen, ist der Betroffene weiterhin in der Lage zu schwitzen und so die eigene Körpertemperatur konstant zu halten. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden nicht beeinflusst. Botulinumtoxin A eignet sich insbesondere für die Behandlung von übermäßigem Schwitzen auf der Stirn, in den Achseln, an den Händen und Füßen.

Wie wird Botulinumtoxin A injiziert und welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?

Botulinumtoxin A wird in einer sehr geringen Menge, die für den Gesamtorganismus nicht giftig ist, mittels einer sehr dünnen Nadel ganz oberflächlich in die Haut gespritzt. In der Regel werden 10-15 Quaddeln pro Achselhöhle gesetzt. Die Achseln sind daher vorher zu rasieren. Der Schmerz, der beim Quaddeln entsteht, ist mit dem eines Mückenstiches vergleichbar. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden. Ihre Fahrtauglichkeit und Arbeitsfähigkeit wird normalerweise nicht beeinträchtigt.

Bei Injektionen von Botulinumtoxin A in die Achselhöhle werden in der Regel keine Nebenwirkungen beobachtet. Bei Injektionen in andere Körperregionen können in Einzelfällen Nebenwirkungen auftreten, die vorübergehend sind: Leichtes Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz, allergische Reaktionen, Mund-, Schleimhaut- und Augentrockenheit, Pigmentverschiebungen der Haut. Wird versehentlich oder gewollt in einen Muskel gespritzt, so hemmt es dort ebenfalls die Nervenimpulse, so dass der betroffene Muskel je nach verwendeter Menge nicht mehr vollständig angespannt werden kann.

Bei Muskelverspannungen ist dies ein erwünschter Effekt, bei unverkrampften Muskeln dagegen eine Nebenwirkung. Sie kann insbesondere nach einer Behandlung an der Handinnenfläche auftreten und zu einer vorübergehenden Schwächung der Handmuskulatur führen (verminderte  Kraft z.B. beim Schlüsseldrehen oder Öffnen von Drehverschlüssen). Die Schwächung bildet sich regelmäßig innerhalb von Wochen wieder zurück. Eine mögliche Nebenwirkung ist auch, dass bei Kopfschmerz-Patienten bei wiederholter Anwendung im Stirnbereich Kopfschmerzen seltener werden oder nicht mehr auftreten. Langfristige, unerwünschte Nebenwirkungen der Botulinumtoxin A Behandlung sind bisher nicht bekannt. Vergiftungen durch versehentliche Injektionen wurden ebenfalls noch nie beobachtet.

Woran kann ich den Behandlungserfolg von Botulinumtoxin A messen und womit kann ich den Behandlungserfolg unterstützen?

Mit einem Wirkungseintritt ist meistens ab dem fünften Tag zu rechnen. Er kann jedoch auch manchmal erst nach 14 Tagen eintreten. In seltenen Fällen kann eine Wirkung ausbleiben. Dies kann vielfältige Ursachen haben. Eine Annahme ist, dass eine relative Immunität gegen das Botulinumtoxin aufgrund einer Impfung (z.B. Tetanus) besteht. In vielen Fällen führt dann eine zweite Behandlung ggf. mit doppelter Dosis zum gewünschten Erfolg. Pilz an Händen oder Füßen liebt das feuchtwarme Milieu schweißdurchnässter Strümpfe, Schuhe  und Handschuhe. Erst eine erfolgreiche Behandlung des Schweißes legt in der Regel die Grundlage für eine andauernde Pilzbeseitigung. Ebenfalls an stark schwitzenden Händen und Füßen sind Warzen manchmal überraschend hartnäckig.

Meist lassen sich die Warzenviren mit keinem der üblichen Warzenmittel beseitigen. Ähnlich wie bei der Pilzbehandlung kann ein Trockenlegen der Hände oder Füße die Basis für eine erfolgreiche Behandlung sein. Obwohl Botulinumtoxin A vor allem die übermäßige Produktion des geruchlosen Schweißes drosselt, nimmt eine erfolgreiche Behandlung der Achseln auch unangenehmen Körpergeruch. Eine Besonderheit stellt die sog. Dyshidrose der Hände oder Füße dar.  Bei dieser Störung entwickeln sich millimeterkleine, wässrige Bläschen an den Handinnenflächen oder den Fußsohlen. Die Bläschen jucken in der Regel, platzen auf und münden unter Umständen in eine chronische Rötung und Entzündung der Haut. Auch hier kann es zu einer Abheilung kommen. Auch die sog. „Waschfrauenhände“ mit aufgequollener, schrumpeliger und rissiger Haut an den Handinnenflächen können erfolgreich mit Botulinumtoxin A „geglättet“ werden.

Sie können sofort nach der Behandlung Ihrer gewohnten Alltagsbeschäftigung oder Arbeit nachgehen. Sei können auch direkt nach der Behandlung duschen, sich waschen oder (bei Injektion im Kopfbereich) ein leichtes Make-up auftragen. Sie sollten allerdings auf Sauna oder UV-Bestrahlung durch Sonne oder Solarium, schwere körperliche Arbeit, (bei Injektionen im Kopfbereich) Kopfüber-Bewegungen und Sport an diesem Tag verzichten. Bei Injektionen im Kopfbereich soll der Kopf die ersten vier Stunden nach der Behandlung nicht flach hingelegt werden, um ungewollte bzw. unregelmäßige Verteilung im Gesichtsbereich zu vermeiden. Sie sollten also auch erst frühestens nach vier Stunden zu Bett gehen. Die Injektionsstellen sollten nicht mit der Hand massiert werden, um eine Schmierinfektion und eine ungewollte Verteilung zu vermeiden.  

Wirkungdauer der Schweissdrüsenunterspritzung

Die Wirkung der ersten Injektion hält bei den meisten Patienten ca. drei Monate an, die der zweiten Injektionen ca. sechs bis acht Monate, die der weiteren wahrscheinlich länger. Auch hier kann es Ausreißer nach oben und unten geben, die vielfältige Gründe haben können. Wiederholungsbehandlungen sind bei guter Verträglichkeit unbegrenzt möglich. Es ist besser nicht so lange zu warten, bis der Wirkstoff vollständig abgebaut ist.

Die optimale Behandlungsstrategie ist jene, nach der der Arzt Sie wieder sieht, bevor die Schweißdrüsen ihre volle Tätigkeit wieder entfalten. Gehen Sie also von drei Behandlungen in den ersten zwei Jahren aus. In einigen Fällen verschwindet die Hyperhidrose nach den ersten Behandlungen sogar ganz und die Betroffenen schwitzen normal.