Rekonstruktion der Brust mit Gewebe vom inneren Oberschenkel (transverser myokutaner Gracilislappen, TMG)

Diese Operation eignet sich vor allem für schlanke Patientinnen. Diese auch transversale myokutane Gracilislappenplastik (TMG oder auch TUG) genannte Rekonstruktionsform gewährleistet ein sehr natürliches Ergebnis mit einer unauffälligen Narbe, die an der Oberschenkelinnenseite liegt. 

Bei der Operation wird Haut und Fettgewebe aus der Oberschenkelinnenseite/unteren Gesäßfalte frei transplantiert. Dazu wird das Gewebe mit dem versorgenden Gefäß aus dem Gracilis Muskel entnommen und an der Brust wieder unter dem Mikroskop vernäht. Das Gewebe wird entsprechend der erkrankten Brust und passend zur Gegenseite geformt.  

Der Vorteil dieser Methode besteht für die Patientinnen darin, dass die Narbe wenig auffällig im Schritt liegt. Auffällige Asymmetrien an den Oberschenkeln sind selten. Die Entnahme des Gewebes verursacht in der Regel keinen Funktionsverlust. Gelegentlich können für einige Monate Gefühlsstörungen an der hinteren Oberschenkelseite auftreten. Manche Patientinnen beschreiben ein anfängliches Spannungsgefühl am Oberschenkel. 

Nach 6 bis 9 Monaten ist die Heilung mit dem "Weichwerden" des Gewebes abgeschlossen. Das Gewebe hat dann in den meisten Fällen seine endgültige Form erreicht, so dass Korrekturoperationen, wie eine Straffung der gegenseitigen Brust zur Angleichung oder die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgen können.

Unsere Praxis ist eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland, die seit Jahren umfassende und erfolgreiche Erfahrung mit dieser Technik hat. Im Dowloadcenter finden Sie eine wissenschaftliche Publikation zu Ihrer eigenen Information (nicht zur Veröffentlichung).

Operative Technik

Die Operation findet in Vollnarkose in Rückenlage statt. Die Hautschnitte werden vorher mit den Patientinnen besprochen und richten sich bei einer sofortigen Rekonstruktion nach den onkologischen Notwendigkeiten an der Brust. Bei späteren Rekonstruktionen nutzen wir bereits vorhandene Narben. Die Hautschnitte am Bein und GEsäß werden vorher an der stehenden Patientin eingezeichnet. Das Gewebe der TMG-Lappenplastik wird mit seinen Gefäßen am Bein dargestellt und dann zur Brust transplantiert, geformt und dort unter dem Mikroskop an neue Gefäße im Bereich des Brustbeins oder der Achselhöhle angenäht. Der Oberschenkelschnitt wird mit Hilfe einer Straffung verschlossen. Zur Ableitung von Wundwasser werden Drainagen eingelegt, die frühzeitig wieder entfernt werden. 

Risiken und mögliche Komplikationen

In seltenen Fällen kann es sein, dass der Körper das Gewebe nicht annimmt. Dieses Risiko liegt unter 2%. Hier können wir durch eine sofortige, erneute Operation versuchen, eine möglicherweise vorhandene Thrombose in den vernähten Gefäßen zu beseitigen. Im schlimmsten Fall kann es aber sein, dass das verpflanzte Gewebe komplett abstirbt. Dann muss ein neues Verfahren zur Rekonstruktion gewählt werden. Umgekehrt bedeutet eine solche Komplikationsrate aber auch, dass 98% komplikationslos heilen.

Weitere Risiken liegen in gelegentlich auftretenden Wundheilungsstörungen. Vereinzelt kann es zu Wundheilungsstörungen oder Wundwasseransammlungen (Serom) im Entnahmebereich am Oberschenkel kommen. Meist lässt sich das konservativ, d.h. ohne erneute Operation behandeln. Auffällige Asymmetrien an den Oberschenkeln sind selten.  Gelegentlich können für einige Monate Gefühlsstörungen an der hinteren Oberschenkelseite auftreten. Manche Patientinnen beschreiben ein anfängliches Spannungsgefühl am Oberschenkel. Sehr selten können kleine Schwellungen im transplantierten Gewebe entstehen, sog. "Fettgewebsnekrosen". Das sind harmlose Fettverkapselungen, die belassen oder relativ einfach entfernt werden können.   

Nachbehandlung

Wie bei allen Operationen sollten Sie nicht mehr Rauchen, um die Blutversorgung des Gewebes nicht zu gefährden und das Risiko von Wundheilungsstörungen zu minimieren. Die Patientinnen können am nächsten Tag aufstehen und umher laufen, sollen aber für 5-10 Tage nicht Sitzen, damit die Narbe am Gesäß gut heilt. Eine Kompressionshose und einen Stütz-BH zum Schutz des Gewebes und zur Verschönerung der Narben empfehlen wir für insgesamt 6-12 Wochen. Die körperliche Überbeanspruchung des Oberkörpers und des Beins, Sport und Saunabesuche sollten am Anfang vermieden werden.

Korrekturoperationen empfehlen wir frühestens nach 6 bis 9 Monaten, d. h. nach Abschluss der inneren Narbenheilung. Eingeschlossen in die Korrekturoperationen, sind die angleichende Straffung der gegenseitigen Brust und natürlich die Neubildung der Brustwarze.