Rekonstruktion der Brust durch Gewebe vom Gesäß (S-GAP-, I-GAP- oder FCI- Lappenplastik)

Beim Aufbau mit Gesäßgewebe wird Haut und Fett aus dem oberen (S-GAP-Lappenplastik) oder dem unteren Gesäßanteil entnommen, die sog. I-GAP-Lappenplastik an. Die S-GAPLappenplastik ist von der oberen, der superioren  Gluteal Arterie duchblutet (deswegen S-GAP). Die I-GAP-Lappenplastik analog dazu von der unteren, inferioren Arterie. Manchmal wird das I-GAP-Gewebe auch FCI-Lappenplastik ("FaszioCutane infragluteal Lappenplastik") genannt. Da beides mal das gleiche Gefäß zur Durchblutung verwendet wird, ist die Nomenklatur letzlich gleichgültig. Welches Gewebe letztlich am Besten geeignet ist, bei Ihnen eine Brust zu formen, muss individuell mit dem Arzt entschieden werden.  nbsp]

Meist wird die gleiche Seite zur Entnahme gewählt, auf der auch die erkrankte Brust lokalisiert ist. Das Gesäßgewebe ist etwas aufwendiger zu verpflanzen, da die Patientin innerhalb der Operation gedreht werden muß.  Das Gesäß als Spenderregion bietet sich aber als Alternative an, wenn der Bauch zu wenig Fettgewebe hat, oder durch Voroperationen die Gefäße nicht mehr vorhanden sind. Es kann in seltenen Fällen eine zweite Operation zur Angleichung der Gesäßgegenseite notwendig werden.

 

Nachbehandlung 

Unsere Patientinnen haben zunächst Bettruhe und lassen sich vom Pflegepersonal verwöhnen. Die Bettruhe ist wichtig, damit die Gefäßnähte gut verheilen und das Gewebe ausreichend durchblutet wird. Die Patientinnen tragen Kompressionswäsche und einen Stütz-BH zum Schutz des Gewebes und zur Verschönerung der Narben für insgesamt 6-12 Wochen. Die körperliche Überrbeanspruchung des Oberkörpers sollte anfangs vermieden werden. Korrekturoperationen empfehlen wir frühestens nach 6 bis 9 Monaten, d. h. nach Abschluss der inneren Narbenheilung. Eingeschlossen in die Korrekturoperationen, sind die angleichende Straffung der gegenseitigen Brust und natürlich die Neubildung der Brustwarze. Allerdings sollten vor dieser letzten Operation alle angleichenden Maßnahmen beendet sein.

Operative Technik

Die Operation findet in Vollnarkose statt. Aufgrund der Entnahme am Gesäß ist eine Umwendung der Patientin während der Operation notwendig. Die Hautschnitte werden vorher mit den Patientinnen besprochen und richten sich bei einer sofortigen Rekonstruktion nach den onkologischen Notwendigkeiten der Brust. Bei späteren Rekonstruktionen nutzen wir bereits vorhandene Narben.

Das Gesäßgewebe wird mit seinen Gefäßen dargestellt. Der Gesäßmuskel wird komplett geschont. Das Gewebe wird zur Brust transplantiert und dort unter dem Mikroskop an neue Gefäße im Bereich des Brustbeins oder der Achselhöhle angenäht. Das Gesäß, aus dem das Gewebe entnommen wurde, wird mit verschlossen. Zur Ableitung von Wundwasser werden Drainagen eingelegt, die frühzeitig wieder entfernt werden. 

Risiken und mögliche Komplikationen

In seltenen Fällen kann es sein, dass der Körper das Gewebe nicht annimmt. Dieses Risiko liegt unter 2%. Hier können wir durch eine sofortige, erneute Operation versuchen, eine möglicherweise vorhandene Thrombose in den vernähten Gefäßen zu beseitigen. Im schlimmsten Fall kann es aber sein, dass das verpflanzte Gewebe komplett abstirbt. Dann muss ein neues Verfahren zur Rekonstruktion gewählt werden. Umgekehrt bedeutet eine solche Komplikationsrate aber auch, dass 98% komplikationslos heilen.

Weitere Risiken liegen in gelegentlich auftretenden Wundheilungsstörungen am Gesäß. Diese Komplikationen sind allerdings extrem selten. Auffällige Asymmetrien am Gesäß sind selten. Die Entnahme des Gewebes verursacht in der Regel keinen Funktionsverlust. Gelegentlich kann eine angelichende Operation zur Verbesserung der Symmetrie notwendig werden. Selten können kleine Schwellungen im transplantierten Gewebe entstehen, sog. "Fettgewebsnekrosen". Das sind harmlose Fettverkapselungen, die belassen oder relativ einfach entfernt werden können.   

Nachbehandlung

Wie bei allen Operationen sollten Sie nicht mehr Rauchen, um die Blutversorgung des Gewebes nicht zu gefährden und das Risiko von Wundheilungsstörungen zu minimieren. Unsere Patientinnen haben zunächst Bettruhe und lassen sich vom Pflegepersonal verwöhnen. Die Bettruhe ist wichtig, damit die Gefäßnähte gut verheilen und das Gewebe ausreichend durchblutet wird. Die Patientinnen tragen Kompressionswäsche und einen Stütz-BH zum Schutz des Gewebes und zur Verschönerung der Narben für insgesamt 6-12 Wochen. Die körperliche Überbeanspruchung des Oberkörpers, Sport und Saunabesuche sollten am Anfang vermieden werden.

Korrekturoperationen empfehlen wir frühestens nach 6 bis 9 Monaten, d. h. nach Abschluss der inneren Narbenheilung. Eingeschlossen in die Korrekturoperationen, sind die angleichende Straffung der gegenseitigen Brust und natürlich die Neubildung der Brustwarze.